Begegnungen

Das Projekt

Von der Hinrichtungsstätte zum Schauplatz der Schweizer Gegenwartskunst

Ausgeweitet wird das Kunstprojekt BEGEGNUNG im Jahr 2019. Im Sommerhalbjahr werden am Rosenhügel und als Erweiterung der Parkanlage am Hirschbühl 13 zeitgenössische Kunstschaffende aus der ganzen Schweiz und dem nahen Italien ortsspezifische Arbeiten entwickeln. Im Vordergrund steht der konkrete Umgang mit der Parkanlage, mit deren Geschichte und den aktuellen Gegebenheiten. Einen Schwerpunkt wird das skulpturale Schaffen bilden, wodurch der Spielraum zwischen der Natur, dem ­Idyllischen der Parkanlage und der Künstlichkeit ausgelotet werden soll.

BEGEGNUNGEN 2019 soll ein unverbindliches Angebot darstellen, einen besonderen Raum zu erkunden und sich mit Kunst und Natur auseinanderzusetzen. Das Projekt soll auch ein altes Ansinnen neu beleben und interpretieren: den Rosenhügel als frei zugänglichen Ort des Flanierens, der Musse und des Studiums von Natur und Landschaft zu positionieren.

Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der zum Projekt BEGEGNUNGEN 2019 eingeladenen Künstler-­innen ist deren Erfahrung im kontextbezogenen Arbeiten und im Reagieren auf den sogenannten «öffentlichen Raum», dessen Voraussetzungen und Anforderungen. Obschon das Projekt betreut und kuratiert ist, wird von den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern eine grosse Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit bei der Wahl des Standortes und der Einrichtung ihrer Arbeit erwartet. Voraussetzung ist auch die Bereitschaft, sich in das Gesamtkonzept einzufügen und mit den anderen Beteiligten und den Gegebenheiten vor Ort in einen Dialog zu treten.

Beteiligte Künstler_innen: Remo Albert Alig, Florian Bach, Alex Dorici, Daniela Droz, huber.huber, Isabelle Krieg, Tim Krohn, Carmen Müller, Roman Signer, Not Vital, Dominik Zehnder und Peter Conradin ­Zumthor.

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Remo Albert Alig, «Einblicke in den Hortus conclusus». Führung während ­BEGEGNUNG 2018, © Michelle Ettlin

Die Parkanlage Rosenhügel

Die öffentliche Grünanlage Rosenhügel in Chur war um 1850 die erste öffentliche Parkanlage in der Ostschweiz. Ihre Entstehung ist eng mit der Person von Alexander Moritzi (1806 –1850) verbunden; der Naturwissenschaftler regte die vornehmlich privat finanzierte Parkgründung an. Der Park mit Springbrunnen sowie mit einer Brunnenstube von 1855 wird heute vor allem von ­naturnahen Lebensräumen wie Wiesen, Hecken und Wald geprägt. Gleich oberhalb der Altstadt gelegen, bietet die Parkanlage grandiose Panoramablicke über Chur und die nahe Umgebung.

Früher diente der Rosenhügel als Richtstätte der Stadt Chur; der Galgen wurde 1836 wegen des Baus der Oberen Strasse (heutige Malixerstrasse in Richtung Lenzerheide) demontiert.

Bis 2019 wird die historische Parkanlage erweitert und zeitgemäss in das Stadtgefüge von Chur inte­griert. Sanfte Eingriffe in den Bestand und die Erschliessung der Parzelle am Hirschbühl bringen die Anlage näher an die Stadt und erweitern das Nutzungsspektrum.

Art-Public Chur

Als Veranstalter tritt der Verein Art-Public Chur auf, der bereits drei grosse Kunstprokjekte im öffentlichen Raum Chur ermöglicht hat: 2012 das Projekt «Säen, ernten, glücklich sein» im Fontanapark, 2014 das stadtweite, verschiedene Schaufenster, Plakatwände und Vitrinen miteinbeziehende Projekt «Ortung.» und 2016 das Projekt «Am Ort», in dem der öffentliche Raum künstlerisch reflektiert und musikalisch durchdrungen wurde.

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«Säen, ernten, glücklich sein», 2012 – Hans Josephsohn, «Ohne Titel», 1994 · Relief · Messing, 95 × 78 × 40 cm; «Ohne Titel», 2006 · Relief, Messing, 78 × 80 × 30 cm; «Ohne Titel», 1990 / 2001 · Relief, Messing, 79 × 72 × 30 cm; © Bild Ralph Feiner

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«Ortung.», 2014 – Erik Steinbrecher, «ER» 2013/2014, Diverse Materialien; © Bild Marco Hartmann

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«Am Ort», 2016 – Evelina Cajacob, «Schlaufe 9», 2016, Strassenmarkierungsfarbe, ø 320 cm; © Bild Ralph Feiner